Über uns

Anfänge auf Berliner Wochenmärkten

1996, im Oktober stand ich zum ersten Mal mit Lakritz auf dem Winterfeldtmarkt in Schöneberg. Marktforschung, denn ich hatte da so eine Idee…

Selbst an der Grenze zu den Niederlanden aufgewachsen, vermisste ich ein anständiges Lakritzsortiment in Berlin und wollte nun herausfinden, ob es anderen "Berlinern" ebenso ging.

Es zeigte sich, dass einige Kunden Lakritz und insbesondere Salzlakritz bereits aus Holland oder Dänemark kannten. Für andere Kunden bedeutete Lakritz Schnecke oder Lakritzpfeife wie es sie im Handel gab. Für Salmiakpastillen war einen Gang zur Apotheke erforderlich. Soweit zum schwarzen Thema 1996.

Bald gab es mein Lakritzangebot auf mehreren Berliner Wochenmärkten. Mit dem alten Volvo Amazon meines Freundes Frank fuhr ich vorerst in die Niederlande zum Ware einkaufen, da kannte ich mich aus. Neben "Drop" (holl.: Lakritz) gab es noch viele andere leckere "Snoepjes" (Süßigkeiten), so dass das Sortiment anfangs noch sehr holländisch aussah.

Eröffnung des 1. Lakritzfachgeschäfts in Deutschland

Im April 1997 mietete ich Lagerfläche in der Graefestraße 75 an - zu der Zeit eine verschlafene Wohngegend in Kreuzberg.

Die Räume erforderten erstmal viel Eigenleistung. Voller Tatendrang und mit Hilfe von Freunden wurde die Bruchbude totalrenoviert und siehe da, es gab sogar Stuck an den Decken.

Nach und nach wurde sichtbar, dass die Räumlichkeiten auch einen schönen kleinen Laden abgeben würden. Unterstützt von unserem Freund und Fotografen Dirk Soboll und der frisch gegründeten Werbeagentur "godz" aus Köln entstand aus der Idee nun ein handfestes Konzept für das erste Lakritzfachgeschäft deutschlandweit. Dirk Soboll entwarf unsere Innenausstattung bis ins Detail. Es war bald klar, dass wir Altes (Waage/Kasse) mit Neuem (Glas,Edelstahl,Holz) kombinieren. Schließlich ist Lakritz seit Urzeiten bekannt (alt) und wir wollten es nun aus dem verstaubten Image befreien und die Vielfalt zeigen (neu). Im ersten Lakritzladen Deutschlands wird das Produkt -Lakritz- im Vordergrund stehen und die klare, saubere Ausstrahlung der Inneneinrichtung soll diese Position zeitlos unterstreichen. kadó - bedeutet Geschenk, und das würde der Laden hoffentlich bald für Lakritzliebhaber sein...

Zur Umsetzung der Pläne musste ein Kredit her. Termine bei den Banken endeten unisono: "Lakritzladen !? Nehmen Sie Tee mit ins Sortiment. Oder Kinderbekleidung. Wenigstens Schokolade." Erst eine Bankerin aus dem Norden konnte sich unter einem Lakritzfachgeschäft etwas vorstellen und bewilligte den Kredit. Das Zauberwort "Internet" war dafür hilfreich. Die jungen Werber drängten, kadó.de als Domain zu sichern, das Internet würde zukünftig die Welt verändern. Na dann.

Eröffnungsparty und der erste Arbeitstag

Zur Eröffnung im September gab es eine schwungvolle kadó-Party. Ein paar Stunden später klingelte der Wecker, der 1. Arbeitstag stand an! Am Samstag, den 20.9.1997 öffnete der Lakritzladen um 9 Uhr, so hatten wir es der Außenwelt zumindest kommuniziert. Die Scharen ließen auf sich warten. Kurz vor 10 Uhr traute sich eine ältere Dame herein, ich wurde total nervös und wußte nicht, was sagen! Frank fing die Situation charmant auf und erkundigte sich nach ihren Wünschen. "Wissen Sie, wann der Uhrmacher nebenan öffnet?" Frank gab Auskunft und fiel fast auf die Knie mit seiner Bitte, als erste Kundin, die unseren Laden betritt, etwas mitzunehmen, Preis verhandelbar. Die Dame war etwas überfordert, kaufte schließlich holländische Kekse und ward nie mehr gesehen.

Start in die Alltagsroutine

1998 begann der Alltag als Ladenbesitzerin. Das klingt nach: ... und sie leben glücklich und zufrieden. Aber nun kamen die internen Fragen: wie finde ich die Lakritzmonster der Stadt und sie kadó; was ist ein Preis, zumal in der Anfangszeit; wie wächst ein qualitatives Lakritzsortiment; wie sieht 1998 ein Webshop aus; was will eigentlich das Finanzamt von mir und wie organisiere ich mich? Samstag ist Markttag auf dem Winterfeldtplatz und kadó hat dort schon 1 Jahr lang Lakritzkunden begeistern können. Ab September hatte nun auch der Laden samstags bis 14 Uhr geöffnet. Es wurde Zeit für eine erste Aushilfe.

kadó geht online

1998 bekam der Webauftritt nach einer anfänglichen Bestellliste nun einen Onlineshop mit Warenkorb. Ich erinnere die heiße Diskussion mit godz und Dirk, ob die Menschheit jemals soviel Vertrauen aufbringen würde, Lebensmittel "blind" über das Netz zu bestellen?

kadó weckte erstes Medieninteresse

Als Studiogast bei Volker Wieprecht war ich an dem Tag zum Glück auch nicht auf den Mund gefallen (Radio Eins, 1999, "Shoppen & Stricken"). "Zitty" und "Tagesspiegel" hatten uns auch bereits entdeckt und unser Dasein Berlin vermeldet, wie auch der SFB mit einem Fernsehbeitrag. Geld für Medienwerbung war leider nicht da. Es musste mit echter Reputation gelingen.

Die 5-Jahres-Hürde

2002 waren die ersten, wichtigen 5 Jahre der Existenzgründung bei kadó geschafft. Zum samstäglichen Winterfeldtmarkt kam der Wochenmarkt auf dem Kollwitzplatz (ab 2000) und damit eine weitere Aushilfe ins kadó-Team. Tja, und plötzlich ist man Chef. Bestimmte Erfahrungen aus dem eigenen Angestelltenleben gilt es unbedingt zu vermeiden. Andererseits ändert sich der Blickwinkel, wenn man für ALLES verantwortlich ist. Eine unserer neuen Aushilfen nahm zur Einarbeitung die Liste mit Produkten und Preisen mit nach Hause. Diese Liste inspirierte ihren Freund, Musiker von Beruf, das Lakritzsortiment freestylisch zu vertonen (Ritsche Koch - Trompete, Christian Reiner - Stimme). Schön schräg klingt das so: kadó hören.

Lakritzrecherche in Finnland

Dachte ich, mich schon einigermaßen in der Lakritzwelt auszukennen, wurde ich immer wieder angenehm überrascht. 2003 führte uns die Suche nach weiteren Lakritzsorten nach Skandinavien. Die nordischen Lakritzrezepturen sind etwas kreativer in ihren Kombinationen, Banane-Zitrone-Salmiak, da muß man erstmal drauf kommen. Aber es passt tatsächlich gut zusammen und schmeckt! Ebenso wie Lakritzröllchen mit salziger Himbeerfüllung. Filidutter, salta hallon, Spunk, Gajol… Wow, da taten sich auch klanglich neue Welten auf. Als Jugendliche sind wir häufig nach Holland gefahren oder über den Dollart gesegelt für eine Tüte DZ, doppelt gesalzenes Lakritz. Wegen des Salzgehaltes gilt in Deutschland die Kennzeichnungspflicht für Lakritzsorten mit einem Salmiak/Salzgehalt von 2,99 - 7,99% . Das ist so ungefähr die Güte, die Skandinavier und Holländer zum Leben brauchen.

kadó-Lakritzautomobile

All die Jahre fuhren wir privat diverse alte Volvos, die samstags mit ran mussten. Eine Marktausstattung macht ca. 6-7 Kisten aus, plus Markttreppen und Waagenkoffer. Hatte man den Winterfeldtmarkt beliefert ging es zurück ins Lager, um die Warenkisten für den Kollwitzmarkt zu laden. Dieses zeitintensive Beliefern war nun einige Jahre Samstag morgens so gegangen.

Aber nun gab es den ersten Firmenwagen, der Erdgas tankt, zärtlich "Klötzchen" genannt. Genau drei Marktausstattungen hatten Platz und konnten nacheinander ausgefahren werden. Prima, denn kadó war ab 2005 auch auf dem Hackeschen Markt präsent. Und bei der Recherchetour durch Frankreich blieb neben Reglisse (frz. Lakritz) reichlich Platz für Wein und Käse. In Frankreich wächst Süßholz übrigens auch wild und wird als Gewürz in der Küche verwendet.

kadó übernimmt Patenschaft für Süßholz im Botanischen Garten zu Berlin

Im Botanischen Garten zu Berlin übernahm kadó für ein Jahr die Patenschaft für die Pflanze Glycyrrhiza glabra. Feierlich wurde die Urkunde von Frau Prof. Zimmer überreicht.



Erste eigene Lakritzrezeptur - mit Ingwer

Auf dem Geburtstag einer Freundin wurde zu heiterer Stunde ein Gläschen Ingwerlikör angeboten. Wow, was für ein feuriger Ingwergeschmack! Zu der Zeit arbeiteten wir an einer ersten eigenen Lakritzrezeptur mit Ingwer, hatten aber noch nicht das passende Ingweraroma gefunden, welches dem starken Eigengeschmack des Lakritzes standhalten konnte. Und nun dieses Likörchen: wer macht denn sowas Feines?

Die Preußische Spirituosen Manufaktur in Berlin, kurz PSM. Also auf nach Wedding mit der Frage, ob kadó zukünftig das Ingweraroma von diesem Likör für die Lakritzherstellung beziehen könnte?Herr Schroff, Destillateur des Hauses und mit Prof. Stahl Inhaber der Schroff&Stahl GbR,  zeigte mir "seine" Welt. Ein Labor mit der Atmosphäre von Wissen und Handwerk.

Beeindruckend und schön sind die 140-jahre alten Arbeitsgeräte, Kupferkessel, Anlagen. Jede Schraube ist handgedreht, jedes Glasfensterchen und jede Glasglocke mundgeblasen. Getränke, die erst mit der Nuance von Barrique vollendet sind, werden in Eichenfässern aus dem Spessart gelagert, z.B. deutscher Whisky. Daneben Fässer aus Steingut, in denen sich der angesetzte Schnaps nicht weiter in Farbe und Geschmack verändern soll, z.B. bei Gin. Bis heute wird mit dieser Ausstattung gearbeitet und auf Qualität gesetzt. Beides erfordert Fingerspitzengefühl.

Hier wird auch das Ingweraroma hergestellt. Am Anfang steht die Suche nach der geeigneten Ingwerwurzel. Die Gesuchte mit der speziellen Schärfe wird aus China importiert und  in großen Säcken trocken im Labor angeliefert. Dort werden die Wurzeln in kleine Stücke geschnitten, schließlich durch eine Art Fleischwolf gedreht, damit die Fasern freiliegen. Damit diese Fasern ihr Aroma abgeben, ruhen sie mindestens 6 Wochen lang in einer kalten Alkohollösung. Dieses Extraktionsverfahren heißt Mazeration. Es sorgt dafür, dass die wesentlichen Farb-, Geschmacks- und Wirkstoffe aus der Ingwerwurzel herausgelöst werden. Mittels eines Tonikums wird das trübe Ingwerextrakt gefiltert. Nun ist es fertig, klar, scharf, konzentriert.

Jetzt beginnt der kadó-Job. Mit dem Ingwermazerat reiste ich zu einem Lebensmitteltechnologen in Deutschland und verbrachte dort 3 Tage mit gemeinsamen Lakritzkochen. Herrlich! Ich war Smutje und durfte assistieren. Es wurden ca. 2 kg Grundmasse Lakritz gekocht, die dann portioniert und unterschiedlich aromatisiert wurde. Alles haarklein notiert und gewogen, die Pinzette für Milligramm-Mengen ist allerdings nichts für grobe Finger. Zack, schon versalzen, bzw. total verschärft in diesem Fall. Das erlaubt die Lebensmittelvorschrift nicht und ab - in die Tonne! Der Smutje war disqualifiziert und der Chef vollendete allein. Kostet alles Wareneinsatz, Zeit und Geld, mal nebenbei erwähnt. Die heiße Lakritzmasse wird in die vorbereiteten Stärketabletts gegossen. Das muß zügig passieren bevor sie im Trichter erkaltet. Nun muß das Lakritz 1-2 Tage ruhen bevor es im letzten Schritt umstreuselt wird. Fertig ist das Ingwerlakritz in Handarbeit. Sehen Sie hier die einzelnen Schritte der Ingwerlakritzproduktion in Bildern.

10-jahredosenMit dem Einzug der neuen Sorte ins kadó-Sortiment wurden größere Mengen benötigt als das Labor fertigen könnte. Es musste ein passender Lakritzkocher gefunden werden, der "nur" 250kg kochen kann. In Belgien wurden wir fündig. Der Familienbetrieb in 4. Generation produziert qualitative Süßwaren und ab heute auch unsere kadó-Ingwerkarees!

kadó feiert 10-jähriges Lakritzjubiläum

Eines Tages kam ein Kunde in den Laden und sagte, er sei im KaDeWe auf seine Frage nach dänischem Lakritz direkt zu kadó geschickt worden. Diese Empfehlung hat mich sehr erfreut, ist sie doch wahre Reputation! kadó ist seit 10 Jahren dabei, die Lakritzvielfalt Europas zu zeigen und Liebhaber des guten Geschmacks den Mund wässrig zu machen.

Als erstes Fachgeschäft in Deutschland mit diesem speziellen Sortiment wurden wir für manche Medien interessant. kadó war eine Nachricht wert, weil es ausschließlich Lakritz anbietet und nein, die über 400 Sorten von Island bis Sizilien schmecken nicht alle gleich, sie spiegeln vielmehr die kulturellen Vorlieben Europas auch im Lakritzgeschmack wieder. kadó war eine Nachricht wert, weil hier ein klassisches Einzelhandelsgeschäft schon früh auch einen Onlinehandel betreibt. Wir standen Filmstudenten bei ihrer Abschlußarbeit Rede und Antwort wie auch den Profis vom Öffentlich Rechtlichen.



Umzug auf die andere Straßenseite der Graefestraße

Nach 10 Jahren in der Graefestraße 75 wurde es nun zu eng im Laden. Startete kadó 1996 mit ca. 60 Sorten, war unser Sortiment 11 Jahre später auf 400 unterschiedliche Lakritzsorten von Island bis Sizilien angewachsen. Glück gesellte sich zu uns: Räume gegenüber wurde frei und wir zogen "nach drüben" in die Graefestraße 20.

Der neue Laden war etwas größer, hatte aber noch eine Trennwand im Verkaufsraum. Unsere Lakritzen erforderten  mehr Platz, also musste die Ladeneinrichtung erweitert werden. Und manche Umständlichkeit in Abläufen aus dem alten Laden wollte neu überdacht sein.

Der Umzug selbst war easy, ohne Möbelwagen! Samstag wurde in der Graefestraße 75 bis Ladenschluss Lakritz verkauft. Anschließend die Ladeneinrichtung abgebaut und in die Graefestraße 20 getragen. Freunde und kadó-letten, wie wir intern ehemalige und derzeitige Mitarbeiter bezeichnen, bildeten eine Reihe quer über die Straße und nach dem Wochenende öffnete kadó am Dienstag um 9:30 Uhr den neuen Laden.



kadó bildet aus

Bisher hatten wir mit studentischen Aushilfen gearbeitet, die uns bei der Lakritzroutine zur Hand gingen. 2008 stellten wir nun unsere erste Auszubildende ein, die im Anschluß an ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau ins kadó-"Management" einstieg.



Lakritz aus dem hohen Norden

Ein Großteil unseres Sortiments kommt aus europäischen Ländern. Die EU  macht den grenzüberschreitenden Einkauf problemlos möglich. Anders beim isländischen Lakritz. Ich setzte meinen Ehrgeiz daran, auch die nördlichsten Lakritzsorten im Sortiment zu haben, ein aufwendiger und kostspieliger Spaß, da Island nicht in der EU ist.

Erst einmal galt es die Firmen zum Lakritzverkauf nach Berlin zu überzeugen, denn sie hatten noch nie exportiert. Das kannte ich schon von anderen Ländern. Langwierig wurde es, all die Zollpapiere beieinander zu kriegen, die die Fracht begleiten müssen. Schließlich wurde die Palette nach 3-tägiger Schiffsreise von Reykjavik in Hamburg erwartet und ich fuhr mit unserem Lakritzauto in den Hamburger Freihafen, um die Ware beim Zoll zu deklarieren.



Ein kleines Buch über Lakritz

Großes Kino in unserem Lakritzalltag, denn auf der Frankfurter Buchmesse wurde "Lakritz - die schwarze Leidenschaft" präsentiert, ein 64-Seiten-Gemeinschaftswerk des Autors Klaus-Dieter Kreische, kadó und dem Thorbeckeverlag.

Wir wollten einigen Fragen nachgehen, die uns bei der Arbeit mit dem schwarzen Gold häufig gestellt werden: wieso hat Lakritz eine schwarze Farbe? Was hat es mit dem Bärendreck auf sich? Ist Salmiak auch Lakritz? So entstand die Idee, Amüsantes und Wissenswertes über Lakritz in einem kleinen (Geschenk-)Buch zu erzählen. Maike Koch erprobte hierfür die Kochrezepte und Ilse Böge gestaltete die 32 Bilder.

Die erste Recherchereise führte uns nach England. Dort lauschten wir den sagenhaften Geschichten über die Entstehung der ersten süßen Lakritzrezeptur weltweit, den Pontefract Cakes! Angeblich war ein Zuckertopf versehentlich in die Rohlakritzmasse gerutscht. Dagegen ist mit Sicherheit überliefert, dass der Schuh, den Charlie Chaplin in seinem Film "Goldrausch" von 1925 als hungriger Goldgräber kocht, serviert und mit unerschütterlichen Tischmanieren verspeist, aus englischem Lakritz bestand.

Zusammen mit Dirk Soboll, Innenarchitekt und Fotograf, entstanden die Fotos, jeweils 10 am Tag. Ein echtes Lakritz-Shooting samt Aufbau, Licht und gefälligen Glanz durch ein wenig Olivenöl…



Service bei kadó

Mittlerweile hat kadó bei Lakritzliebhabern einen Bekanntheitsgrad erreicht. Stammkunden der ersten Stunde bleiben uns treu und wir bemühen uns sehr, ihnen immer wieder einen neuen Lakritzhappen anbieten zu können! Neue Kunden hören von kadó und wollen mal was kennenlernen. Den Satz: "Man mag es oder nicht" hören wir nun seltener im Laden. Denn unser Personal, allesamt kundig geschulte Lakritzmonster, beraten und versuchen im persönlichen Gespräch das Einstiegs-Lakritz zu finden.



Lakritzvortrag mit Verkostung bei kadó

Nach 15 Jahren kann kadó einige interessante und witzige Details zu Lakritz erzählen. Den Anstoß zu einem Lakritzvortrag mit Verkostung kam bei einer Recherchereise in Stockholm. Dort lernten wir Lotta kennen, sie kocht mit Lakritz und gibt Beispiele, es einmal als Gewürz in der Küche zu probieren. Ein kulinarisches Erlebnis! Jeweils im Februar und im November räumen wir den Laden und decken den Tisch für einen wunderbar schwarzen Abend - von und für Lakritzmonster.



Zweite eigene Lakritzrezeptur - mit Zimt

Einige wenige Kochtage brauchte es, dann war die Rezeptur für ein Zimtlakritz ausgetüftelt. Fluffig sollte es sein und ein gutes, frisches Zimtaroma musste gefunden werden. Ebenso das Mengenverhältnis von Lakritz zu Zimt, die allgemeine Konsistenz und die richtige Mischung samt Körnigkeit der Streusel. Schließlich wurde noch das Model für die Form angefertigt. Alles in Handarbeit in einem Lebensmittellabor, welches sich regelmäßig im kadó-Auftrag in eine Lakritzküche verwandelt. Nun würden wir den Lakritzliebhabern die kadó Zimtrauten präsentieren und konnten es auch bis letztes Jahr. Leider muß ich nun nach einem neuen Hersteller suchen, der kleine feine Lakritzmengen kochen kann. Und möchte.



Die ARD zu Besuch bei kadó

Beim ersten Telefonat dachten wir, wir hätten uns verhört. "Äh, Chefin… Fernsehen will Dich sprechen, das Erste oder so". Scherzkeks! Aber dann wurden die Zweifel fix ausgeräumt. Eine Agentur, die für die ARD spezielle Themen aufbereitet, wollte alles über Lakritz erfahren. Ob man bei kadó drehen dürfte? Scherzkeks! hat da schon mal jemand "ach, nein" gesagt? Ein Termin wurde vereinbart und der Trupp rückte an. Es entwickelte sich eine zehnstündige Plauderei über Lakritz: woher, wieso, warum. Nun sind alle Infos unterhaltsam dosiert auf Film gebannt. Aber sehen Sie selbst (ARD Buffet, das Mittagsmagazin vom 28.1.2014)!



Die DDR-Lakritzstange

Bei kadó werden wir häufig gefragt: gibt es die Lakritzstange aus dem Osten noch? Hart-knatschig war sie, herb-würzig, ca. 10 cm lang, in Papier eingewickelt, schwarz und lecker! Hm, ein Fall für kadó.

Eine Recherche im Bundesarchiv ergab erste Informationen über die Süßwarenkombinate der DDR.

1898 wurde von Oswald Stengel eine Lebkuchen- und Schokoladenfabrik in Wilkau-Haßlau, Sachsen, gegründet. Mit Gründung der DDR 1949 „verkaufte“ sein Sohn die Fabrik an das Land Sachsen und die Firma wurde zum volkseigenen Betrieb `VEB Süßwarenfabrik Wesa´ umstrukturiert. Am 16.11.1973 wurde vom neuen Direktor an den`Rat des Bezirks Karl-Marx-Stadt´ der Antrag auf „komplexe Rekonstruktion der Lakritzproduktion- und Gelatineherstellung einschließlich der Verbesserung der Arbeits-und Lebensbedingungen“ gestellt. Dieser wurde vom übergeordneten Ministerium für Bezirksgeleitete Industrie-und Lebensmittelindustrie in Berlin befürwortet. Jene Lakritzstange war mit der erste Artikel, der im nagelneuen VEB produziert wurde. Allerdings geplant als ein Übergangsprodukt, denn man übte für die Herstellung von Lakritzkonfekt. Somit wurde nur eine Generation mit der DDR-Lakritzstange beglückt. 1974 war Schluss, das Rezept ist seither verschollen.


kadó wird 18

"Wer hat an der Uhr gedreht", sind ernsthaft schon 18 Jahre im schwarzen Geschäftsleben vergangen? Es schleicht sich ein wenig Rührung um´s Herz wenn ich an die Anfänge denke auf den Märkten, im Laden, an die Gestaltungsfreude, aber auch an den Existenzdruck: "Lakritzladen !? Nehmen Sie Tee mit ins Sortiment. Oder Kinderbekleidung. Wenigstens Schokolade." Seither sieht Berlin und die Republik schon schwärzer aus, wir haben unsere Kundschaft gefunden. Ein herzerfrischendes Hoch auf die Lakritzliebhaber, die jede noch so schräge Sorte erstmal probieren, offen sind für europäische "Normalitäten" im Lakritzgeschmack.

Unsere Volljährigkeit bietet eine gute Gelegenheit, den unsichtbaren Arbeitsbienen zu danken, die kadó unterstützen. Anja Bischoff hilft bei der web-Kommunikation mit Rat und Tat. Ihre Agentur Interfacies bringt z.B. die Fotogalerie zum Ingwerlakritz oder die Lakritzgedichte anlässlich des Jubiläums auf www.kado.de in eine ansprechende Form. Marcel Hicking ist der Mann für die Technik hinter den websites, er programmiert die Extrawünsche und sorgt für web-Sicherheit. Dirk Soboll hat die Ladeneinrichtung entworfen, mit der wir seit 18 Jahren täglich reibungslos arbeiten! Er steht bei allen Ideen und Erweiterungen zur Seite. Caroline Gärtner gestaltete die kadó-Schachtel für das Ingwerlakritz und macht die Vorlagen für Briefpapier usw. für die Druckerei Bloch & Co aus Kreuzberg.

Bei der Übersetzung der kadó-website ins Englische helfen regelmäßig Anja Bischoff, unsere Mitarbeiterin Johanna Melin und die in England lebende Patentochter. Bei den Fotos gibt Jennifer Endom Tipps und nimmt die schwarzen Klömpjes auch selbst vor die Linse, wenn es gut werden muß, zum Beispiel bei der Präsentation von kadó im KaDeWe. Allen ein herzlich-schwarzes Dankeschön für die Zusammenarbeit!



kadó im KaDeWe

Ein Jahr lang arbeitete kadó an einer schönen Umverpackung für Lakritz. Ein Designer wurde gesucht und ein Spanischer in Berlin gefunden. Zwei Tage guckte er sich alles bei kadó an und stellte maximal 3 Fragen. Dann kamen 4 Vorschläge und unser Favorit war schon dabei. Der Designer ließ sich von dem sichtbaren Teil der Süßholzpflanze inspirieren und gestaltete das Dekor in schwarz-weiß. Das war der 1. Streich. Nun musste ein Hersteller gefunden werden, der den Entwurf umsetzt und dabei lebensmitteltaugliche Materialien verwendet. Unsere Recherche brachte den Kontakt nach Dänemark. Gelobt sei die EU! Nun wurde eine halbwegs komfortable Mindestmenge bestellt, die Produktion legte los und ein halbes Jahr später war es dann soweit. Rechtzeitig zu Ostern wurde geliefert und seither steht diese schöne kadó-Dose für die verehrte Kundschaft bereit. Das war der 2. Streich.

Das Feedback überraschte uns ein wenig. Klar, die Dose ist klassisch, chic und der lange Dosensockel liegt beim Aufziehen gut in der Hand. Hm…ob diese Büchse für sich allein stehen könnte? Käme wohl auf das Umfeld an. Fragen wir doch mal in der 6. Etage des KaDeWe. .. Schließlich wurde kadó zur Präsentation eingeladen und wie es manchmal so geht, passte alles wie Topf und Deckel zusammen. Glück heißt das ja wohl. Im KaDeWe wird der regionale Berlinbezug geschätzt, zudem liegt Lakritz momentan  -nach 18 Jahren!- ein wenig im Trend. Da kam das kadó- Sortiment von Island bis Sizilien, Expertenwissen inklusive, gerade recht. Für kadó ist diese Adresse eine schöne Betonung dessen, worauf wir in unserem Fachgeschäft täglich Wert legen: Qualität, Vielfalt und eine Kundschaft, die Service schätzt. Und somit finden Sie, verehrter Kunde, eine anständige Auswahl an kadó-Lakritz in der Süßwarenabteilung des KaDeWe und wie gewohnt in Kreuzberg. So sieht die Lakritzsäule vor Ort aus. Tja, das war der 3. Streich!

Die kadó-Dosen sind mit unseren Haus-Mischungen gefüllt: süß, salzig oder gemischt aus beidem. Die 27 Fächer laden zum Probieren ein: Lakritz mit Thymian, Salmiakmurmeln, Johannisbeer-Salzlakritz, Lorbeerlakritz, schwedische Lakritzfudge mit einem Hauch Vanille, deutsches Chililakritz, das berühmte doppelt gesalzene Lakritz aus den Niederlanden, weiche Lakritztoffees mit Schokolade umhüllt, englische Kokos-Mint-Würfel, finnische Zitronenröllchen, Salzringe, Lakritzbonbons mit Karamel-Salmiakbrause oder Himbeer-Lakritzdragées … was darf es sein?



Die Bamberger Süßholzgesellschaft

Süßholz, der Rohstoff für Lakritz, wurde im Mittelalter in Bamberg angebaut. Die Süßholzbauern umringten mit ihren Feldern den Bamberger Dom, wie der Zeidlerplan von 1500 zeigt. Die Hölzer waren neben Honig ein begehrtes Süßungsmittel und ein wichtiges Wirtschaftsgut der Region. Sie wurden bis nach Venedig exportiert. Angehende Gärtnermeister mussten die Süßholzwurzel unbeschadet ernten können, was bis heute sehr viel Handarbeit verlangt. Denn Süßholz ist ein Pfahlwurzler, das heißt, die Pflanze gräbt sich erstmal senkrecht in die Erde, um sich erst dort rundum zu verzweigen.

Abbildungen von Süßholz schmücken noch heute das Deckengemälde im Bamberger Dom und das Wappen der Stadt. Der Handel stockte als Italien, Spanien, Frankreich, Syrien, Irak dank ihres warmen Klimas größere Süßholzernten zu besseren Preisen anbieten konnten. Der Süßholzanbau in Bamberg kam zum Erliegen und das Wissen darum stand nur noch in Büchern. Doch eines Tages in 2010 besannen sich Gärtnerfreunde der "Gärtnerstadt Bamberg" auf ihre Wurzeln und sie gründeten die Bamberger Süßholzgesellschaft mit dem ehrgeizigen Ziel, es wieder mit dem Süßholzanbau zu versuchen. Wie es dazu kam und wie die Praxis verlief, erzählt dieser Artikel (Bamberger Süßholz). kadó ist Mitglied der Süßholzgesellschaft und kommt somit in den Genuß, die geernteten Süßhölzer erwerben zu können. In dieser hübschen Verpackung sind die ersten Bamberger Süßhölzer bei kadó erhältlich.



Alle guten Dinge sind DREI

Die dritte hauseigene Lakritzsorte ist da! Ausschließlich mit Gummi arabicum gekocht, daher fest und knautschig - hier kommt das erste salzige hauseigene Lakritz in Form eines Seeigels daher.

Es ist die erste Salzsorte, die in der belgischen Manufaktur hergestellt wurde. Ich darf wohl behaupten, dass der Lakritzmeister sich 10 Jahre gegen Salz im Lakritz sträubte. "Salz verdirbt den guten Geschmack, Frau Böge". Ja, ich weiß, was Sie meinen. Aber manchmal gibt eine Prise Salz der Rezeptur halt auch einen aromatischen Resonanzboden, Monsieur.
Wenn wir es einmal versuchen würden,… bitte?
Und da wir nun schon sooo lange zusammenarbeiten – Stichwort: Ingwerkarees – kam es zu diesem Ergebnis, über dessen Premiere nun beide Seiten ganz glücklich sind.



Weihnachten überall

Lakritzbestellungen via Briefkasten sind in Onlinezeiten selten geworden, aber es gibt sie noch. Ein sorgfältig handgeschriebener Brief ohne Absender lag im Briefkasten. In persönlicher Ansprache wurde ich gebeten, eine "schöne Lakritzauswahl für 5kg" zusammenzustellen, auf die sich der Absender "nach langer Vorbereitungszeit nun sehr freuen würde", inkl. Rechnung. Hm, vielleicht ein bisschen blumig, aber nett. Ein weiteres Schreiben sah offizieller aus und behandelte die Formalitäten des Versandes. Da stand nun auch der Absender, der zugleich Adresse sein sollte: JVA Tegel.

Es handelte sich bei dieser kadó-Bestellung um die einzig erlaubte Warenzustellung bis max. 5kg, welches sich der Sträfling einmal im Jahr zuschicken oder mitbringen lassen darf, egal ob Bücher, Kleidung oder Zigaretten. Und die ganze bewilligte Menge sollte nun mit Lakritz gefüllt sein. Der Absender hatte in seiner knappen, nur wöchentlich zugestandenen Computerzeit, die zudem von einem Vollzugsbeamten begleitet wird, die kadó-website geradezu studiert, um schließlich mir die Auswahl zu überlassen. Weihnachtsüberraschung!

Ich war gerührt. Und herausgefordert. Ich stellte querbeet durch unseren Laden Sorten und Mischungen zusammen und prüfte fortwährend das Gewicht. Ehrensache, dass es 4999g werden mussten. Gratis gab es unser kleines Buch "schwarze Leidenschaft" dazu, hier wartete ein aufmerksamer Leser. Alle Artikel wurden auf dem beigelegten Formular einzeln in Menge und Bezeichnung so aufgeführt, wie sie im Paket lagen, denn Ungereimtes würde bei der kontrollierten Öffnung konfisziert.
Ab ging die Post. Wochen später mal wieder eine Postkarte im Briefkasten mit herzlichem Gruß aus der JVA.



Wochenmärkte adé

Am 24 Juni 2017 schließt sich ein Kreis bei kadó: wir sind nach 20 Jahren zum letzten Mal auf den Wochenmärkten mit unserem Lakritzangebot vertreten. Nach 1000 Samstagen auf dem Winterfeldtmarkt, 850 Samstagen auf dem Kollwitzplatz (und 520 Samstagen auf dem Hackeschen Markt bis 2015) sagen wir hier leise "Servus". Wir bedanken uns herzlich bei den Lakritzmonstern, die (ebenfalls) bei jedem Wetter vor die Tür traten, um kadó aufzusuchen. Ein Wochenende ohne Lakritz? Undenkbar.
Daher freuen wir uns auf Ihren Besuch im Lakritzfachgeschäft in der Graefestrasse 20, samstags von 9:30 bis 15:30.

Und nicht vergessen: am 19.9.2017 wird kadó 20!
Wir freuen uns spätestens dann auf ein Wiedersehen!
Mit ergebenst schwarzen Grüßen, Ilse Böge und Frank Büttner



Die Pest

Es fängt damit an, dass das Fax nach langer Zeit mal wieder anspringt, der Emailposteingang pingt und der Briefkasten mit einem großen Kuvert verstopft ist. Abmahnung angekommen! Bei der ersten war ich noch persönlich angefasst: ein Anruf hätte zur Klärung gereicht, wenn es denn um die Sache geht, die oftmals aus Unkenntnis nicht beachtet wurde. Sorry und fertig.

Aber dafür hat man ja nicht Jura studiert...

Unter 10 Seiten ist nichts zu machen. Hier die Frist, da die Summe X, bei Verzug folgt Kerker, und ganz wichtig: unterschreiben der Unterlassungserklärung, dass man nie wieder für alle Zeit Dies oder Das macht, und wenn doch, zustimmt, dass dann Strafe von Summe XX greift. Schadensersatz geht extra, „mit freundlichen Grüßen“, Rechtsanwaltskanzlei Y.
Wie eine private Blitz&Donner-Wolke, die über einem schwebt und klebt wie Bonbonpapier. Obwohl... wenn man sich dann umhört in der Lakritzbranche, ist es eher eine Schlechtwetterfront, denn fast alle sind betroffen. Spätestens jetzt zahlt sich auch das Jurastudium aus: 1 Schreiben, maximaler Ertrag. Ach, h i e r werden die Gerichte verstopft?!

Ich jedenfalls bin meinem Anwalt von Herzen dankbar, dass er sich der Sache annimmt und das PingPong ruhig abfedert. Zur Zeit verknotet sich der gesunde Menschenverstand, diese Abmahnung zu verstehen: Lakritz dürfte nur deshalb nicht unter der Bezeichnung, mit der sie vom Hersteller im Großhandel vertrieben werden – ggf. übersetzt in die jeweilige Landessprache – zum Weiterverkauf im Einzelhandel angeboten werden, weil diese Lakritz nicht von einer deutschen Tochter des Konzerns, sondern von einer anderen, europäischen Tochtergesellschaft desselben Konzerns in Europa in den Handel gebracht worden ist. Selbst wenn diese Lakritzsorte in ein und derselben Firma von genau demselben Band läuft und einmal von dieser Verpackung, sowie das andere Mal von jener umhüllt wird.

Herrlich, nicht wahr? Da wirbt kadó seit 20 Jahren für Lakritze und macht auch diese Sorte ein bisschen bekannter – wäre da nicht eher ein Strauß Blumen fällig?

Einen hab ich noch: die besagte Lakritz darf auch keinesfalls in saubere, täglich wechselnde, frisch gewaschene Glasbonbonnieren umgefüllt werden, fällt dem Hersteller nach 20 Jahren ein. Ab sofort bei Strafe in der Originalplastikdose servieren, na? – wegen der Hygiene! Haha, die sofort egal ist, sobald vom deutschen Konzern bezogen wird.

Also an dieser Stelle ein Hoch auf die rechtlichen Regeln des europäischen Binnenmarkts! Ansonsten, Anruf genügt.



kadó - das 1. Lakritzfachgeschäft wird 20!

Vielen lieben herzlichen Dank allen großen und kleinen Lakritzmonstern für die Treue, für die Lust auf schwarze Drops samt nettem Schwätzchen. Apropos, die „kleinen“ Kunden der ersten Stunde haben gerade ihr Abi gemacht, haha! Wo ist die Zeit geblieben…? Guckt man die Fotos durch muß da was passiert sein. Und der Körper weiß auch Bescheid, hat in 20 Jahren Tonnen von Lakritzbonbonieren gestemmt! Und noch Lust, viele weitere zu stemmen. Wenn man uns läßt…, aber davon später.

Tja, da wir alle Lakritzgipfel festlich begingen, haben wir uns auch diesmal etwas Schönes ausgedacht. Und einen Kinospot gedreht… hüstel. Ausgewählte Programmkinos verkaufen schon sehr lange kadó-Lakritz, es wäre doch schön, wenn wir mit einem kleinen Kinospot mal DANKE sagen. Als dann über Giulia, unsere gut vernetzte ehemalige Mitarbeiterin, die richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammenkamen, ploppten die Ideen nur so hoch!
Zuerst Tobi, der Artist. Kennen Sie sein Stück „Leo“ aus dem Chamäleontheater? Es ist superschön! Hm, ob ich ihn für die Hauptrolle gewinnen könnte? Scheinheilig fragte ich, wie er denn Lakritz so findet…. Und später, ob er sich vorstellen könnte, bei einem Kinospot über Lakritz mitzuwirken? Konnte er, BINGO.

Dass Millian die Musik für den Spot komponieren sollte und wollte, war früh klar. Hier gab es eher Terminschwierigkeiten, der Mann ist gebucht und on tour. Zum Glück fand sich die Lücke. Über ihn kamen Paul und Nick für Regie und Animation dazu, schließlich Martin für Kamera samt Beleuchter Jakob und Kameraassistent Benjamin. Pepa, angehende Regisseurin und Lakritzexpertin bei kadó bot ihre Unterstützung an, Frank bestückte das Catering und mir blieb die Rolle des „Mädchen für alles“ von Kaffeekochen bis Fadenhalten. Team komplett.

Meiner Freundin Karin hatte ich zuvor am Lagerfeuer von der groben Idee zu einem Kinospot erzählt. Sie schmückte diese dann gleich herrlich farbig aus und wir verbrachten einen höchst amüsanten Abend. Großer Spaß! Ich brachte „unser Skript“ gleich am nächsten Morgen zu Papier und kriegte auch gleich die 1. Resonanz: „Och naja… das findest du witzig?“ Phfft, jetzt erklär mal einen Witz - eben, geht nicht. Zweite Resonanz: „haha, super, da machen wir gern mit! Aber: zu lang=zu teuer, wir müssen kürzen.“ Tja, und dann wurde gekürzt, das Storyboard gezeichnet, Requisite ausgesucht, Filmtechnik geordert und überlegt, was Tobi denn an Klamotten tragen soll. Ich dekorierte derweil das Schaufenster 1A, schließlich kommt ja das Fernsehen.

Samstag nach Ladenschluss fährt der Kleinlaster mit der Technik vor. Danach ist der Laden ganz schön kleingeworden. „Kann die Dekoration mal weg, wir brauchen den Platz für die Lichtstimmung“. Phfft… aber… gern. Schwarzer Samt vor den Fenstern, Schummerlicht drinnen, Hochsommer draußen. „Noch jemand Kaffee?“ 19 Einstellungen waren zu drehen, 17 Stunden hat´s gedauert. Tobi war klasse und ja auch zum ersten Mal Hauptperson vor Filmkamera. Ich sag nur, der Rückwärtssalto ist echt. Paul wußte welche Bilder er wollte. Die Zeit verrann im Fluge, Martin nonstop an der Kamera, Pepa war überall schon da wo eine Hand gebraucht wurde. Die Assistenten und ich krochen, quetschten uns durch den Laden zwischen Lampen und Gerät auf unsere jeweiligen Posten. Szene um Szene ging´s voran. Um Mitternacht  wartete Frank mit kühlen Getränken auf uns, da kam die Regieanweisung: „Wir drehen jetzt die letzte Szene. Außenansicht, bitte das Fenster wieder dekorieren“. Phfft… aye aye… nachts um 1:00, ist ja schnell gemacht… Als alles im Kasten war, fiel die Anspannung sichtlich ab, wir alle waren müde und glücklich.

Mich hat die Professionalität dieser Filmcrew sehr beeindruckt. Hatte ja keine Ahnung, wie aufwendig die Herstellung von 30 Sekunden Film sein können. Wie präzise und stringent gearbeitet wurde, am Witz, und überhaupt 17 Stunden lang - wow!

Für die Assistenten und Tobi war mit diesem Tag alles getan. Für Paul, Martin, Nick und Milian kam der 2. Teil des Jobs. Rohmaterial sichten, schneiden, animieren, Bilder mit Ton und Musik hinterlegen. 20 Tonspuren hat Milian angelegt! Mit dem Mikro im Laden wurden Töne gesammelt: knarzende Dielen, Tütenrascheln, Weckerticken sind O-töne, ebenso die "kadó bei Nacht"-Atmosphäre. Darüber spielte er Musik am Schlagzeug ein und den schönen Querflötentriller gleich am Anfang. Wie eine Klangtorte wurden die Tonspuren aufeinandergeschichtet und sind für sich ein vertontes Abbild des Spots. Zum Schluß kam noch Nick als Sprecher dazu und Björn mischte das Ganze dann für Kinolautsprecher ab. Fertig!

Und… neugierig geworden?
Am 19.9.2017 geht´s los im fsk-Kino. Dort wird das gute Stück zum ersten Mal gezeigt, 30 Sekunden Weltpremiere sozusagen. Anschließend, je nach Kontostand, wird der Spot vereinzelt auch im filmkunst 66, Delphi und den Yorck-Kinos zu sehen sein. Ich lade Sie herzlich ein, Kino und knisterfreies kadó-Lakritz zusammen zu genießen. Das sieht dann so aus…

Viel Vergnügen wünschen
Tobias Wegner: Artist
Paul Weiss: Storyboard und Regie
Martin Gasch: Kamera
Jakob Hauptmann: Beleuchter
Benjamin Glitschka: Kameraassistent
Nick Jezierski: Animation und Sprecher
Milian Vogel: Musik
(Trompete: Richard Koch, Chorus: Giulia Fani)
Pepa Kistner: Regieassistentin
Ilse Böge: Idee (zusammen mit Karin Laubenstein) und Ausführung
Frank Büttner: Catering

Amarelli für kadó

Da freut man sich über „20 Jahre Lakritzfachgeschäft“ und kann von der Ladeneröffnung bis heute die Entwicklungen bei und von Kadó Revue passieren lassen … da kommt von der seit 286 Jahren bestehenden italienischen Lakritzfirma Amarelli ein großzügiges Angebot, für unser Jubiläum eine  kadó-Lakritzdose zu entwerfen. Exklusiv. Von Amarelli für kadó. amarelli

Ob die noch Fotos/Gemälde von ihrer Firmengründung „dal 1731“ haben? Amarelli ist seither die wohl älteste Lakritzschmiede der Welt, die noch in Familienbesitz ist. Ansässig in Rossano, Kalabrien, am ionischen Meer, wird dort Süßholz angebaut und zu Lakritz eingekocht. Basta. Amarelli macht sehr gutes naturreines Lakritz, aromatisiert mit Anis, Veilchen, Limone oder dragiert mit Minze.
Echte Qualität und herber Originalgeschmack. Ein Besuch im angrenzenden Museum der Lakritzfamilie ist für jeden Lakritzliebhaber ein Vergnügen.
Und für uns ist ein großes Vergnügen wiederum unsere Stammkunden mit dieser hübschen Dose, gefüllt mit feinem Lakritz, zu verwöhnen.

Wir haben Baron Amarelli vor 20 Jahren kennengelernt und seither die herben Lakritzen im Sortiment, an deren Geschmack wir durchaus die deutsche Kundschaft gewöhnen mussten.
Das geht und gibt´s halt nur im Fachgeschäft.

 

Gästebuch

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Ihre Lakritzstory ist gefragt
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Lakritz-Verkostung

birnentaart

Vortrag mit Verkostung
am 28. und 29.Januar 2018

 

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